Nein.

Punkt.

Nein. – ist durchaus ein ganzer Satz. Warum wird dieser ganze Satz von unserem Gegenüber allzu oft nicht ernst genommen?
Warum fehlt der Respekt für ein NEIN.? Wo sich doch an sich recht viele Menschen mit einem JA manchmal noch wesentlich schwerer tun.
Vielleicht sind da zu viele „Vielleichts“? Vielleicht doch. Vielleicht auch nicht.

„Komm, wir treffen uns vielleicht am Wochenende.“
„Ich ruf dich vielleicht mal an.“
Oder auch: „Ich ruf dich an.“
„Oh sorry, … ja, ich wollte, ja aber blablabla.“

Was ist nur los mit uns? Mit dir? Mit mir? Mit ihm? Mit ihr?

 

Die innere Haltung

Nein zu sagen und somit Grenzen zu setzen, das ist oftmals ein Problem. Als Frau ist das in doppelter Hinsicht schwieriger (ich muss es wissen, ich bin eine;-) )… denn da gibt es immer noch dieses verfluchte „Brave Tochter Syndrom“.

Es hat zu tun mit diesem kleinen Mädchen in uns, welches eben nicht auf den Namen Pippilotta, Viktualia… Schokominza… ihr wisst schon wie, getauft wurde – sondern schlichtweg Claudia, Andrea, Bettina, Silke, Moni oder Jessica heißt.
Diese Kleinen zucken bei einem selbstgedachten NEIN erstmal zusammen, verschwurbeln dieses Wort im Kopf zu einer verknitterten Schleife, lassen es zähflüssig in den Mund tropfen und nuscheln es teilgesäuselt durch den linken Mundwinkel knapp vorbei am Gegenüber. Sodass es in etwa klingt wie „njeöun“.

Fortgeschrittene

Dann gibt es natürlich die fortgeschrittenen braven Töchter. Sie denken einigermaßen klar ihr NEIN im Kopf. Überlegen noch drei Mal von links nach rechts und nochmal anders herum.
Und dann formulieren sie dort ihr wunderschönes NEIN, welches sich dann via Kurzschluss im Lymbischen System (das ist der Bereich im Hirn, der die Gefühle steuert) entzündet und sodann als Asche ins Sprachzentrum rieselt.
Dann sagen sie klar und deutlich: „Ja… klar, is schon in Ordnung, mach’ ich.“

DAS kann doch niemand ernst nehmen!

ECHT JETZT!?!?!?! Da stimmt die Haltung nicht!
Letztlich brauchen wir Klarheit in uns selbst, denn die innere Haltung transportiert die Botschaft.

Upps!… Wenn da nicht auch noch die Sache mit dem Transportieren wäre…

Besonders leicht ist das nur für wenige Menschen. Für hochsensible Menschen kann dies mitunter regelmäßig ein echtes Drama sein oder werden. Warum? Ein „JA“ – das zaubert ein Lächeln auf das Gesicht des Anderen …Es sei denn, dies ist die Antwort auf: Bist du mir an Karneval fremd gegangen…?

(Sorry, ich hatte nen Clown zum Frühstück… Fastenzeit, ihr wisst schon).

Ein „JA“ beschreibt Wohlwollen, Peace, Tschakka
und alles in dieser Richtung. Ein NEIN hingegen kann die Harmonie empfindlich stören! Erwartungen werden nicht erfüllt. Grenzen gesetzt. Ohjeee… So ist uns Feinfühlerinnen die Harmonie doch solch ein tiefes Bedürfnis. Wenn ich jedoch nach Außen JA sage und NEIN meine, so ist da vielleicht Harmonie im Außen

… aber NICHT IN MIR!!!

Und dieser Preis ist schlichtweg ZU HOCH, sehr verehrten Damen und Herren!!!
Dauerhaft sehr ungesund und schlimmer als das, was in manchen Beipackzetteln steht. Deshalb ist es wichtig MIR dieses JA zu geben. Viiiiiiiiel wichtiger!

Wenn mein NEIN in MIR mir selbst klar ist. Und ich dabei ein JA zu MIR habe, dann kann ich es klar transportieren. Dann macht es halt auch Sinn! Dann muss ich diesen ganzen Satz nicht noch in 23 Nachsätzen begründen.
Bis dahin gibt’s Herum-Ge-Eiere ohne Ende.
Kenn ich.
Kann ich.
Lasse ich
immer mehr und mehr.

Vertraue dem Prozess

Erst wenn das JA zu DIR so deutlich ist, wie das NEIN, welches du nach außen setzen möchtest – erst dann wird dieses NEIN zu einem ganzen Satz.
Erst dann fühlt es sich stimmig an. Wenn es dann klar und deutlich über die Lippen kommt, dann ist der Punkt gemacht.
Der Satz komplett.
Widerspruch zwecklos.
In Frage stellen sinnlos.

Ich wünsche dir und auch mir selbst (noch) viel mehr ganze und klare Sätze.

Mädels, Frauen, Königinnen…

macht zuerst Euch selbst und dann eurem BestFriend, Mann und oder König, Boss oder Ex klar: Wenn ich JA sage, meine ich JA.

Wenn ich NEIN sage, meine ich NEIN.

So nehmen wir uns selbst ernst. So zeigen wir uns selbst Respekt. Und DANN wird unser NEIN als ein ganzer Satz aufgenommen und entsprechend respektiert.

So hat dein Gegenüber die Chance mehr Klarheit über das zu gewinnen, was dir wichtig ist… wenn das, was du sagst auch genauso gemeint ist.

Das dürfen wir alle jeden Tag ein wenig mehr lernen! Sei nicht nett, sei authentisch!

Wenn du dir dabei Unterstützung wünschst… du wirst sie finden.
!Achtung, ein winkender Zaunpfahl 😉

Klare und liebevolle 
Grüße,

Dia.